Die Kunst des Nein-Sagens – warum Abgrenzung Selbstfürsorge ist

Nein sagen lernen und gesunde Grenzen setzen im Alltag

„Kannst du mal kurz?“
„Machst du das noch schnell?“

Wir alle kennen diese Fragen. Und viel zu oft sagen wir automatisch „Ja“ – obwohl wir eigentlich müde sind, unter Zeitdruck stehen oder unser Körper dringend eine Pause bräuchte.

Gerade Berufstätige stehen häufig unter dem Druck, leistungsfähig, hilfsbereit und jederzeit verfügbar zu sein. Doch jedes „Ja“ zu anderen kann – unbemerkt – zu einem „Nein“ zu uns selbst werden.

 

Warum Nein-Sagen so schwerfällt

 

Einer der Hauptgründe, warum es uns schwerfällt, anderen abzusagen, liegt tief verankert in uns:
es ist die Angst, abgelehnt zu werden.

Wir wollen gemocht werden.
Wir wollen zuverlässig, hilfsbereit und unkompliziert sein.
Wir wollen Konflikte vermeiden und niemanden enttäuschen.

Dabei übersehen wir oft etwas Entscheidendes:
👉 Wenn wir die Grenzen anderer schützen, unsere eigenen aber ständig überschreiten, zahlen wir langfristig einen hohen Preis.

 

Ein „Ja“ zu viel

 

Aus einem dauerhaften „Ja“ zu anderen entsteht häufig:

  • Überforderung

  • innere Anspannung

  • Erschöpfung

  • Dauerstress

Und genau dieser Dauerstress kann krank machen – körperlich wie seelisch.

„Nein“ zu sagen bedeutet also nicht, egoistisch zu sein.
Im Gegenteil: Es ist ein Akt gesunder Selbstfürsorge.

 

Ein „Nein“ zu anderen ist ein „Ja“ zu dir selbst

 

„Nein“ zu sagen zu anderen und gleichzeitig zu den eigenen Bedürfnissen zu stehen, ist ein Zeichen von innerer Klarheit.

Wenn du deine eigenen Grenzen kennst und sie nach außen sichtbar machst:

  • bleibst du dir selbst treu

  • wirkst du authentischer

  • stärkst du dein Selbstwertgefühl

Abgrenzung schafft keine Distanz – sie schafft gesunde Beziehungen.

 

Nein-Sagen kann man lernen

 

Sich klar abzugrenzen fühlt sich anfangs oft ungewohnt an.
Vielleicht sogar unangenehm.

Die gute Nachricht: Nein-Sagen ist lernbar.

Wie so oft gilt auch hier:
👉 Der Ton macht die Musik.

Du musst niemanden vor den Kopf stoßen – dein „Nein“ darf freundlich sein.
Wichtig ist nur: Es sollte klar, ehrlich und überzeugend formuliert werden.

5 Ideen, wie ein „Nein“ gelingen kann

 

1️⃣ Das direkte, freundliche „Nein“: „Nein, das geht leider nicht.“

2️⃣ Das kurz begründete „Nein“:  „Ich habe heute bereits andere Verpflichtungen.“

3️⃣ Das wertschätzende „Nein“: „Ich verstehe, dass dir das wichtig ist – aber ich kann heute nicht.“

4️⃣ Das „Nein“ mit Alternativangebot: „Heute leider nicht, aber nächste Woche könnte ich dich unterstützen.“

5️⃣ Das klare „Nein“ ohne Hintertür:  Kein „vielleicht“, kein „mal schauen“. Bleibe freundlich, aber bestimmt.

 

Ein „Nein“ verändert mehr, als du denkst

 

Probier es aus – vielleicht zunächst in einer kleinen Situation.

Und erinnere dich daran:
👉 Ein klares „Nein“ nach außen ist immer auch ein „Ja“ zu dir selbst und deinen Bedürfnissen.

 

 

Heilpraktikerin Psychotherapie Metropolregion Nürnberg

Über Ulrike Scholz

Ulrike ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und unterstützt Menschen dabei, psychische Belastungen wie Stress, Ängste oder Selbstzweifel zu überwinden und ihre mentale Gesundheit zu stärken.
Ulrikes Therapiekonzept basiert auf wissenschaftlich anerkannter Verhaltenstherapie für das Erkennen und Verändern negativer Denkmuster, ergänzt durch körpertherapeutische Methoden. Ihr Ziel: einen individuell passenden Lösungsansatz finden. Dabei setzt sie auf Hilfe zur Selbsthilfe, da nachhaltige Veränderung nur gelingt, wenn man selbst ins Tun kommt.
Ulrike bietet Therapie mit Empathie – mit Wertschätzung, Humor und Sachverstand.

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